Der Kulturhistorische Klub aus dem Russischen Haus findet weiterhin dienstags 18.30-20.00 Uhr in deutscher Sprache statt. Dank einer Kooperation mit Torsten Hochmuth von Hochmuth-Bestattungen aber im Veranstaltungsraum Rungestraße 20, fünf Fußminuten entfernt vom S-Bahnhof Jannowitzbrücke. 

Für die Planung bitten wir um Anmeldung über: Torsten.hochmuth@mailbox.org

 

Wir machen Herbstferien, weiter geht es am:

3. November

Erlebnisroute Maria Pawlowna von Weimar nach St. Petersburg  Referat: Dr. Irina Tschistowskaja, Präsidentin der Maria-Pawlowna-Gesellschaft, Weimar / Moderation: Dr. Iris Berndt

Die Maria-Pawlowna-Gesellschaft in Weimar entwickelt die Reisestrecke von St. Petersburg nach Weimar, welche die Zarentochter Maria Pawlowna und der Erbprinz Carl Friedrich von Sachsen-Weimar nach ihrer Hochzeit in St. Peterburg zurücklegten, als touristische „Erlebnisroute Maria Pawlowna“. Anders als im Jahre 1804 führt die Reise heute durch sechs unabhängige Staaten. Die Erlebnisroute wird als gemeinsames historisches Erbe, aber auch als ein heute verbindender Pfad zur Völkerverständigung verstanden. 

Dabei werden historische Hintergründe und Details der Reise der künftigen Weimarer Großherzogin Maria Pawlowna erforscht und dokumentiert. Vorgesehen sind vielfältige interkulturelle Aktivitäten mit Beteiligung verschiedener Akteure aus den Ländern entlang der Erlebnisroute. 

10. November

Der Atomwettlauf im Frühjahr 1945 über Oranienburg  Referat: Hartmut Sommerschuh, Potsdam / Moderation: Dr. Christian Hufen

Das Rennen um die Atombombe zwischen der Sowjetunion und den USA hatte seinen Höhepunkt in Berlin und Brandenburg. Der in der Kriegsgeschichte einmalige Angriff auf Oranienburg mit 4000 Langzeitzünder-Bomben im März 1945 durch die 8. US-Air Force galt dem Atomforschungsprogramm der Nazis und der Uran-Produktion in den Auerwerken. Nichts davon sollte der sowjetischen Armee in die Hände fallen. Das aber misslang. Denn Stalins Spezialisten fanden sogar den russisch sprechenden, einst in St. Petersburg geborenen deutschen Laborleiter Nikolas Riehl. Er half schließlich, ausgeflogen und zwangsverpflichtet, mit anderen deutschen Experten entscheidend beim Aufbau des sowjetischen Atomprogramms. Und kam 1955 mit vielen Orden zurück. Oranienburg aber leidet bis heute an der Last von noch über 200 Blindgängern. 

17. November

Über den Anderen: Gedichte über Russland und         Deutschland – mit Übersetzungen   Olga Andreesen / Dr. Iris Berndt / Dr. Christian Hufen                                      

Auf den jeweils Anderen blicken deutsche und russische Gedichte, die wir im Original
und in Übertragung vorlesen und ihre Entstehung und ihren Inhalt erläutern. Die reiche
Ausbeute lässt uns bei Barock und Klassik verweilen. Da ist ein Sonett auf Moskau, das
ein sächsischer Reisender 1635 schuf und das schon 1755 ins Russische übertragen
wurde. Voll Trauer erlebt Konstantin Batjuschkow das während der Völkerschlacht
zerstörte Leipzig und dichtet noch dort „An Daschkow". Wir schließen mit Kostproben
der großen Nationaldichter Alexander Puschkin und Friedrich Schiller.

1. Dezember

E. T. A. Hoffmann und Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Das kongeniale Zusammentreffen im Ballett "Der Nussknacker" Referat: Dr. Iris Berndt/Moderation: Dr. Christian Hufen

Der Komponist, Schriftsteller und Jurist Ernst Theodor Amadeus Hoffmann und der Komponist Pjotr Iljitsch Tschaikowski konnten einander nie begegnen und sind doch in der allgemeinen Wahrnehmung aufs Engste miteinander verbunden, nämlich durch Tschaikowskis Ballett „Der Nußknacker“. Beide hatten eine besondere Beziehung zu Berlin, für den einen war es Sehnsuchtsort, für den anderen der Ort, der ihm Depressionen verursachte. Dem gehen wir in der Veranstaltung nach. Vor allem aber betrachten wir anlässlich des 250. Geburtstages von E.T.A. Hoffmann, warum er in Rußland so bekannt und beliebt ist und welch lebendige Rezeption hier bis heute zu finden ist. 

8. Dezember

Tschingis Aitmatow. Eine Reise zu Orten des Schriftstellers Referat: Andrea Schroeter / Moderation: Dr. Christian Hufen

Der sowjetisch-kirgisische Schriftsteller Tschingis Aitmatow war oft zu Gast in der DDR, der BRD und ab den 1990er Jahren im vereinten Deutschland.  Andrea Schroeter, die diesmal zu Gast im Kulturhistorischen Klub ist, erinnert sich gut an seine Lesungen in Berlin und erinnert an seine Werke, in denen er die Kriegserlebnisse seines Volkes  fernab der Schlachten verarbeitet.  Später  wurde Tschingis Aitmatow zum international engagierten Friedensbotschafter, dem das breite deutsche Lesepublikum nach der Wende jedoch nicht mehr die gebührende Aufmerksam geschenkt hat. 
Im Juli 2025 folgte Andrea Schroeter gemeinsam mit einer Gruppe von Aitmatow-Freunden, unterstützt durch den Verein Go east Generationen e.V., Spuren des Autors in seinem Geburtsort Scheker sowie an wichtigen Orten seines Lebens und Schaffens in seinem Heimatland. Den Höhepunkt dieser Reise bildeten die Gespräche mit der Familie.
Tschingis Aitmatow, der am 12. Dezember seinen 98. Geburtstag  begehen würde, ist eine Wiederentdeckung wert, weit über seine berühmteste Novelle "Djamila" hinaus. 

15. Dezember

Weihnachtsbaum und Jolka-Fest Referat: Dr. Iris Berndt / Moderation: Dr. Christian Hufen

Es war Zar Peter I., der das russische Neujahr auf den 1. Januar verlegte und Tannenzweige zum Schmuck einführte. Die Sehnsucht einer preußischen Prinzessin 1817 in St. Petersburg nach einem deutschen Weihnachtsbaum brachte dann diesen für immer nach Rußland. Doch auch ein Brand im Winterpalais ist damit verbunden. 

Die Bräuche wandelten sich stetig bis hin zum Jolka-Fest, das von den Kindern in allen Nachfolgestaaten der Sowjetunion bis heute gefeiert wird. 

Bei unserem letzten Treffen in diesem Jahr geht es um Traditionen rund um den Weihnachtsbaum in Rußland und Deutschland. Wir wollen davon erzählen und uns diese auch durch mitgebrachte Gegenstände anschaulich machen.

 

Bisherige Veranstaltungen 

13. Oktober

Auf den Spuren gemeinsamer deutsch-russischer Geschichte zwischen Schleswig-Holstein, Ostpreußen und St. Petersburg im 18. Jahrhundert Referat: Jörg Ulrich Stange, Vorsitzender des Kieler Zarenvereins / Moderation: Dr. Iris Berndt

6. Oktober

Russische Emigration in Deutschland. Fedor Stepun (1884-1965) Referat: Dr. Christian Hufen / Moderation: Dr. Iris Berndt

29. September

Im Berliner Widerstand. Foma Timofejew-Ressowski (1923-1945) Referat: Dr. Christian Hufen / Moderation: Dr. Iris Berndt

22. September

Geschichten vom Russisch-Orthodoxen Friedhof in Berlin-Tegel Referat: Karin Rother / Moderation: Dr. Christian Hufen

15. September

Ein schönes Ansichtengemälde vom Kreml - in Charlottenburg Referat: Dr. Iris Berndt / Moderation: Dr. Christian Hufen

30. Juni 2026 

Auf der Suche nach einem Zarengeschenk (Spaziergang im Kleistpark Berlin-Schöneberg)    Führung: Dr. Christian Hufen 

23. Juni 2026

Deutsche Residenzen mit russischem Flair. Die Romanovs in Deutschland Referat: Dr. Iris Berndt 

16. Juni 2026

Die sowjetischen Ehrenmale in Berlin                                Referat: Dr. Christian Hufen

9. Juni 2026 

Wie der Alexanderplatz zu seinem Namen kam        Referat: Dr. Iris Berndt

+ unser neuer Ort ab 15.9. 2026 +

Unser Treffen am 23. Juni beschäftigte sich mit den Beziehungen der deutschen Fürstentümer zum russischen Zarenhaus, erste haben wir markiert.

Unser erstes Juni-Treffen im Lomonossow-Saal des Russischen Hauses (Foto: Hartmut Sommerschuh)

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